25 March 2026, 06:20

Böhmermanns provokante Kunstschau: Wenn Irrationalität zum Spektakel wird

Ein leuchtend gelbes Plakat für den Salon des Humoristen in Paris mit fetter schwarzer Schrift und einer bunten Illustration eines Mannes in Anzug, Hut und Stock, eingerahmt von Sternen und einem Halbmond.

Böhmermanns provokante Kunstschau: Wenn Irrationalität zum Spektakel wird

Eine provokante neue Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann und seines Kollektivs Gruppe Royale hat am vergangenen Wochenende in Berlin ihre Tore geöffnet. Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" verwandelt die Schau das Haus der Kulturen der Welt in einen frechen Spielplatz aus Kunst, Politik und Absurdität. Schon am Eingang müssen Besucher ihre Handys abgeben – eine Regel, die den Ton für das Kommende setzt.

Drinnen erwartet die Gäste eine aufblasbare Freiheitsstatue, die im Außenbecken des Gebäudes schwebt. Im Inneren verbindet die Ausstellung spektakuläre Inszenierungen mit beißendem Kommentar. Eine goldene Schallplatte des Rappers Bushido liegt neben dem Boxsack von Jan Marsalek – beides Relikte aus Böhmermanns TV-Karriere. Ein Fernrohr richtet sich auf einen Spiegel und gewährt einen wörtlichen Blick ins Büro des benachbarten Bundeskanzlers.

Eine Maschine setzt einen düster-spielerischen Akzent: Alle 28 Minuten zerfetzt sie ein Stofftier – es sei denn, ein Besucher zahlt 20 Euro und knipst ein Foto. An anderer Stelle hängen KI-generierte Aktbilder des CDU-Politikers Friedrich Merz neben einer Replik eines deutschen Einbürgerungstests. Eine lebensgroße Butterbüste des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl schmilzt langsam unter den Galerielichtern.

Für heitere Momente sorgt ein "TV-Garten" mit Indie-Auftritten von Künstlern wie Domiziana und Mine. Die Mischung aus Satire, Interaktivität und schierem Wahnsinn läuft noch bis zum 19. Oktober 2025 – ob die Butter-Kohl bis dahin überlebt, bleibt allerdings fraglich.

Die Ausstellung zwingt zur Auseinandersetzung: Durch das Konfiszieren der Handys und die Konfrontation mit politischen Sticheleien, surrealen Installationen und partizipativen Aktionen. Von zerfetzten Plüschtieren bis zur schmelzenden Kohl-Büste – jedes Werk lotet Grenzen aus und stellt die Frage, wie weit Irrationalität gehen darf oder sogar muss. Der Eintritt bleibt frei, doch unberührt wird niemand die Schau verlassen.

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