25 March 2026, 14:21

Klinikum Sigmaringen stellt ambulante Versorgung nach Personalwechsel um

Ein modernes Krankenhauszimmer mit verschiedenen medizinischen Geräten, einschließlich Monitoren und Ständern sowie einem Fenster mit einem Vorhang auf der linken Seite.

Klinikum Sigmaringen stellt ambulante Versorgung nach Personalwechsel um

Klinikum Sigmaringen steht vor Veränderungen in der ambulanten Versorgung

Das Klinikum Sigmaringen muss seine ambulanten Dienstleistungen aufgrund von Personalwechseln und regulatorischen Hürden umstellen. Ab dem 1. Oktober werden die Kontrollen von Herzschrittmachern und Defibrillatoren eingestellt, nachdem der Kardiologe Jan Prillinger in eine Praxis im Hanfertal wechselt. Gleichzeitig können Krebspatienten mit gesetzlicher Krankenversicherung seit Februar keine ambulante Behandlung mehr in der Klinik erhalten, da eine Genehmigung für angestellte Onkologen fehlt.

Prillinger, ein erfahrener Oberarzt für Kardiologie, hatte den Schrittmacher- und Defibrillator-Service des Krankenhauses geleitet. Die von ihm genutzte Spezialausrüstung ist in herkömmlichen Arztpraxen nur selten zu finden. Mit seinem Weggang wird der Service vorerst geschlossen – eine Wiedereröffnung gilt als unwahrscheinlich.

Krankenhäuser in Deutschland dürfen ambulante Behandlungen nur in Ausnahmefällen anbieten und benötigen dafür die Zustimmung des Zulassungsausschusses. Dieses Gremium, besetzt mit Vertretern der Krankenkassen und Ärzte, erteilt Genehmigungen nach strengen Kriterien. In Baden-Württemberg stieg die Zahl der bewilligten Ausnahmen für Krankenhausärzte von 1.200 im Jahr 2021 auf voraussichtlich rund 2.500 bis 2025 – ein jährliches Wachstum von 15 bis 20 Prozent. Zu den typischen Voraussetzungen zählen eine Facharztausbildung, der Nachweis von mindestens 50 ähnlichen Eingriffen sowie eine Krankenhausgröße von über 500 Betten.

Für Krankenhäuser sind ambulante Behandlungen weniger lukrativ als stationäre Versorgungen, da die Kosten für Infrastruktur und Personal geteilt werden müssen. Dennoch bieten die SRH-Kliniken ambulante Leistungen in den Bereichen Urologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Chirurgie und Onkologie an – nicht, um mit niedergelassenen Ärzten zu konkurrieren, sondern um die Patientenversorgung zu sichern. Angesichts der gesundheitspolitischen Weichenstellung hin zu kostengünstigeren, ambulanten Behandlungen rechnet das Krankenhaus mit einer steigenden Nachfrage.

Eine neue Genehmigung für die Krebstherapien wird voraussichtlich im November erteilt. Bis dahin müssen gesetzlich versicherte Patienten anderswo behandelt werden. Durch den Wegfall von Prillingers Service bleiben Schrittmacher- und Defibrillator-Patienten ohne lokale Versorgungsmöglichkeit, während Krebspatienten weiterhin auf die Genehmigung warten müssen. Angesichts des Ausbaus ambulanter Angebote stehen Krankenhäuser wie Sigmaringen vor der Herausforderung, regulatorische Vorgaben, wirtschaftliche Zwänge und den Auftrag zur Daseinsvorsorge in Einklang zu bringen.

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