CDU-Politiker Krings wirft Prostitutions-Kommission Einseitigkeit und Interessenkonflikte vor
Antonio SchleichCDU-Politiker Krings wirft Prostitutions-Kommission Einseitigkeit und Interessenkonflikte vor
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und frauenpolitischer Sprecher der Union, hat öffentlich eine Kommission kritisiert, die von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzt wurde. Die Kommission soll mögliche Änderungen des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes prüfen. Krings wirft dem Gremium Vorurteile vor und bezweifelt, dass es die Realität der Branche angemessen abbildet.
Krings argumentiert, die Zusammensetzung der Kommission sei „einzigartig einseitig“ – anders als alle Gremien, die er während der Regierungszeit der Union erlebt habe. Besonders problematisch sei, dass die Vorsitzende gleichzeitig das kriminologische Institut leite, das einen zentralen Evaluierungsbericht erstellt habe, auf den sich die Kommission stütze. Dies schaffe einen Interessenkonflikt, so Krings.
Laut Krings zeichnet die Kommission ein verzerrtes Bild der Prostitution in Deutschland. Er verwies darauf, dass bundesweit lediglich 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Die Behauptung des Berichts, 25 Prozent der gemeldeten Sexarbeiter:innen hätten einen Hochschulabschluss und 80 Prozent eine Krankenversicherung, halte er für „höchst unwahrscheinlich“.
Krings äußerte zudem Zweifel an der Forschung der Vorsitzenden und nannte einige Ergebnisse „höchst fragwürdig“. Er warf ihr vor, die Kommission nun zu nutzen, um genau diese umstrittenen Schlussfolgerungen zu verteidigen. Die CDU/CSU-Fraktion sei von Anfang an „tief enttäuscht und verwundert“ über die Besetzung des Gremiums gewesen.
Krings betont, die Studie spiegle nur einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider. Er schätzt, dass nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert seien. Seine Kritik zielt auf die Glaubwürdigkeit der Kommission und die Zuverlässigkeit ihrer Daten ab.
