Das dramatische Unglück: Wie das Kölner Stadtarchiv 2009 in der U-Bahn-Baustelle versank
Cordula RingDas dramatische Unglück: Wie das Kölner Stadtarchiv 2009 in der U-Bahn-Baustelle versank
Eines der schwersten Bauunglücke Kölns ereignete sich am 3. März 2009, als das historische Stadtarchiv in eine U-Bahn-Baustelle stürzte. Bei dem Unglück wurden 1,7 Millionen Dokumente vernichtet, und zwei junge Männer in benachbarten Häusern kamen ums Leben. Der Einsturz legte zudem gravierende Mängel in Planung und Aufsicht schonungslos offen.
Die Katastrophe begann um 13:58 Uhr an einem Dienstagnachmittag. Während Arbeiter an der Nord-Süd-U-Bahn-Linie gruben, brach der Boden unter dem Archiv weg. Das gesamte Gebäude kippte und versank, verschluckt von der Baustelle – mit ihm Jahrhunderte alte Aufzeichnungen, die bis zu 1.000 Jahre zurückreichten. Zwei Anwohner in den angrenzenden Häusern starben, als ihre Wohnhäuser in sich zusammenstürzten.
Spätere Ermittlungen förderten zutage, dass entscheidende Stahlträger vor dem Einsturz gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft worden waren. Dennoch hatte die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) das Projekt überwacht – obwohl ihr die Erfahrung für derart großflächige Ausgrabungen fehlte. Jahre lang blieb die Stelle eine klaffende Wunde, nur teilweise verfüllt und von Gestrüpp überwuchert.
Die juristischen Verfahren zogen sich über ein Jahrzehnt hin. Einige Verurteilungen wurden ausgesprochen, andere wieder aufgehoben, und bis 2024 waren die letzten noch ausstehenden Anklagen fallen gelassen worden. Nun, da die Arbeiten an der U-Bahn-Linie wiederaufgenommen werden, sollen endlich die provisorischen Betonbarrieren an der Unglücksstelle abgerissen werden.
Der Einsturz hinterließ eine tiefe Narbe in der Geschichte und im Stadtbild Kölns. Der Verlust unersetzlicher Archive und die beiden jungen Leben, die abrupt endeten, bleiben die schmerzhaftesten Folgen der Katastrophe. Während die Baustelle bald geräumt wird, geht die Stadt voran – doch die Lehren aus der Tragödie wirken fort.






