02 April 2026, 20:17

EU-Bürokratie stoppt Agrivoltaik-Projekt in Brandenburg trotz dringendem Netzanschluss

Luftaufnahme eines großen Gebäudes mit Solarmodulen auf dem Dach, umgeben von Fahrzeugen, Bäumen, Gras, Polen und Hügeln mit einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

EU-Bürokratie stoppt Agrivoltaik-Projekt in Brandenburg trotz dringendem Netzanschluss

Agrivoltaik-Anlage von Energeno in Südbrandenburg bleibt wegen EU-Verzögerungen offline

Die Agrivoltaik-Anlage des Unternehmens Energeno im Süden Brandenburgs kann aufgrund anhaltender Verzögerungen bei der EU-Genehmigung weiterhin nicht in Betrieb gehen. Die Anlage, die fast ein Megawatt Strom erzeugen soll, hätte ursprünglich bis Ende 2024 ans Netz gehen sollen. Ohne Netzanschluss drohen dem Projekt jedoch finanzielle Unsicherheiten und entgangene Einnahmen.

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Die Verzögerung hängt mit der noch ausstehenden Prüfung des "Solarpakets 1" durch die Europäische Kommission zusammen. Darin enthalten ist ein vorgeschlagener Anstieg der Einspeisevergütung für Agrivoltaik-Anlagen um 2,5 Cent pro Kilowattstunde, der auch für gewerbliche Dachsolaranlagen gelten würde. Die Kommission hat keinen Zeitplan für eine Entscheidung genannt, könnte die höheren Sätze aber rückwirkend oder ab dem Beschlussdatum durchsetzen.

Laut Schätzungen von Energeno hätte die Anlage allein im ersten Halbjahr 2024 rund 465.000 Kilowattstunden Strom erzeugen können. Bei der aktuellen Vergütung wären das 35.000 Euro gewesen. Mit dem höheren Satz hätten die Einnahmen fast 45.000 Euro betragen können – ein Unterschied von 10.000 Euro für das bürgergetragene Energieprojekt.

Zusätzliche Hürden bringt das "Solarspitzen-Kappungsgesetz" mit sich. Die neuen Regelungen sehen vor, dass die Einnahmen gekürzt werden, sobald die Großhandelspreise für Strom ins Negative rutschen. Gleichzeitig wirft die Europäische Kommission dem deutschen Wirtschaftsministerium vor, keine Rückforderungsmechanismen wie Contracts for Difference (CfDs) eingeführt zu haben.

Stand April 2026 sind bundesweit etwa 15 Agrivoltaik-Projekte von ähnlichen Verzögerungen beim Netzanschluss betroffen. Die Blockaden hängen mit laufenden Beihilfekontrollen der EU im Rahmen des Wettbewerbsrechts zusammen, wodurch fertiggestellte Anlagen nicht in Betrieb genommen werden können.

Die Genehmigungsverzögerung lässt Energenos Projekt in der Schwebe – sowohl die möglichen Einnahmen als auch der Betriebszeitplan bleiben ungewiss. Sollten die höheren Tarife später doch genehmigt werden, könnten sie rückwirkend gelten – allerdings erst nach dem Beschluss der Kommission. Bis dahin bleiben die Anlage und ähnliche Projekte ohne Netzanschluss und können weder Strom einspeisen noch Einnahmen erzielen.

Quelle