09 May 2026, 14:21

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Russische Symbole spalten Befreiungsjubiläum

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen zeigt, die eine Fahne halten und von Text und Blättern umgeben sind.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Russische Symbole spalten Befreiungsjubiläum

Spannungen bei Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale)

Die Stimmung kippte bei der Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale), als Teilnehmer russische Flaggen und Symbole zeigten. Die traditionelle Feier auf dem Südfriedhof ehrt sowjetische Soldaten, die gegen das nationalsozialistische Deutschland kämpften – doch in diesem Jahr wurde die Veranstaltung zum Zankapfel politischer Gräben.

Die Zeremonie begann mit den üblichen Ehrungen, darunter ein Kranz von Stellvertreterin Bürgermeisterin Dr. Judith Marquardt im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt. Auch Blumen wurden am Gedenkhain für deutsche Widerstandskämpfer niedergelegt. Doch als Mitglieder der Halle-Bewegung mit russischen Flaggen, Plakaten und Anstecknadeln auftauchten, eskalierte die Situation.

Die Veranstalter verurteilten die Aktion als gezielte Provokation und werteten sie als Unterstützung für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Lukas Wanke von der VVN-BdA betonte später, dass die historische Leistung der Roten Armee nicht dazu dienen dürfe, heutige Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen. Er warnte, das Erbe der Widerstandskämpfer verlange eine klare Haltung gegen jede Form der Unterdrückung – „Nie wieder“ dulde keine Ausnahmen.

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Eric Stehr von der Linken schloss sich dieser Kritik an und warnte vor einer Gleichsetzung mit Regimen, die für Terror und Zerstörung verantwortlich seien. Die Kontroverse lenkte auch den Blick auf einen historischen Fakt: Halle wurde 1945 nicht von sowjetischen, sondern von US-amerikanischen Truppen der 104. Infanterie-Division befreit. Dennoch bleibt die Gedenkstätte auf dem Südfriedhof die größte Würdigung des sowjetischen Beitrags zur Niederlage des NS-Regimes in der Region.

Die Veranstaltung offenkundigte tiefe Gräben zwischen historischer Erinnerung und aktueller Konfliktbewältigung. Organisatoren und Redner betonten, dass die Ehrung vergangener Kämpfe nicht den Widerstand gegen heutige Aggression überlagern dürfe. Die Debatte wird voraussichtlich anhalten, da in anderen deutschen Städten ähnliche Gedenkfeiern bevorstehen.

Quelle