13 April 2026, 04:20

Industrie 5.0 setzt auf Mensch und Nachhaltigkeit statt reine Effizienz

Ein Mann steht auf einer Maschine in einem industriellen Raum, umgeben von anderen Maschinen und scheint Wartungs- oder automatisierungsbezogene Aufgaben durchzuführen.

Industrie 5.0 setzt auf Mensch und Nachhaltigkeit statt reine Effizienz

Der Wandel von Industrie 4.0 zu Industrie 5.0 stellt den Menschen und die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der Fertigung. Dieser neue Ansatz konzentriert sich auf menschliche Bedürfnisse, ökologische Ziele und Kundenerwartungen – und nicht nur auf Effizienz. Ein Unternehmen, das diese Veränderung bereits umsetzt, ist Lapp, ein familiengeführtes Unternehmen, das KI einsetzt, um die Arbeit für seine Mitarbeiter zu vereinfachen.

Der Begriff Industrie 4.0 wurde 2011 von Henning Kagermann geprägt, damals Mitglied des Vorstands von SAP. Er stand für intelligente Fabriken und die Vernetzung von Maschinen. Bereits 2016 erweiterte Kagermann die Idee zu Industrie 5.0 und beschrieb sie als "intelligente, vernetzte und flexible Produktion", bei der der Mensch im Mittelpunkt steht.

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Die Europäische Kommission übernahm Industrie 5.0 offiziell in ihrem Weißbuch von 2021. Diese Version integriert soziale und ökologische Grundsätze aus dem Europäischen Green Deal. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger setzt sie technologischen Fortschritt mit dem Wohlbefinden der Menschen und der Gesundheit des Planeten in Einklang.

Professor Oliver Riedel, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, vertritt diese Vision bereits seit 1981. Seine Arbeit folgt dem Prinzip, Mensch, Technik und Organisation in Einklang zu bringen. Ziel ist es, KI und maschinelles Lernen als Werkzeuge zu nutzen, um Komplexität zu reduzieren – nicht aber, um Arbeitskräfte zu ersetzen.

Das mittelständische Familienunternehmen Lapp hat diese Ideen bereits in die Praxis umgesetzt. Seit Jahren setzt es KI im Tagesgeschäft ein, etwa bei der Verarbeitung von Kontoauszügen oder der Identifizierung neuer Lieferanten. In seinem französischen Produktionswerk wurden durch Optimierungen die Laufwege der Mitarbeiter um 96 Prozent verkürzt. Zudem passt das Unternehmen sein Produktsortiment besser an die Kundenbedürfnisse an – ein weiterer zentraler Aspekt von Industrie 5.0.

Industrie 5.0 markiert einen deutlichen Bruch mit dem maschinenorientierten Ansatz von Industrie 4.0. Unternehmen wie Lapp zeigen, wie KI Mitarbeiter unterstützen kann, während gleichzeitig Effizienz und Nachhaltigkeit gesteigert werden. Mit der Unterstützung der Europäischen Kommission und laufender Forschung wird dieses Modell die Fertigungsindustrie auf dem gesamten Kontinent prägen.

Quelle