Mönchengladbachs Wohnungsbau-Boom sprengt alle NRW-Rekorde im Jahr 2025
Cordula RingMönchengladbachs Wohnungsbau-Boom sprengt alle NRW-Rekorde im Jahr 2025
Mönchengladbach verzeichnet starken Wohnungsbau-Boom – und übertrifft Nordrhein-Westfalen deutlich
Mönchengladbach hat einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau erlebt und liegt damit weit vor dem Rest von Nordrhein-Westfalen. Die Stadt vollendete 2025 insgesamt 758 neue Wohnungen – ein Plus von 188 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig verzeichnete das Land die niedrigsten Bauzahlen seit 14 Jahren, belastet durch steigende Kosten und Zinsen, die die Bauträger unter Druck setzen.
Der Bauboom in Mönchengladbach ist Teil der Wohnungsbauinitiative, die 2023 gestartet wurde. Über dieses Programm flossen rund 43 Millionen Euro in das städtische Wohnungsunternehmen, was dessen Fähigkeit zur Finanzierung neuer Projekte deutlich stärkte. Allein 2025 bewilligte die Stadt Fördermittel in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 zusätzliche Wohneinheiten – fast auf dem Niveau des Rekordjahres 2024.
Die Bautätigkeit hat in allen Bereichen stark zugenommen. Die Genehmigungen für neue Wohneinheiten stiegen 2025 um 73,6 Prozent, während die Bauquote der Stadt bei 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner lag – 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Damit belegt Mönchengladbach Platz drei unter den kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens.
Doch während die Stadt floriert, sieht die Lage im übrigen Land anders aus. Landesweit sanken die Fertigstellungen um 9,4 Prozent auf 37.185 Wohnungen – der niedrigste Stand seit 2011. Ein Grund sind die gestiegenen Kosten: Der Preisindex für Wohnungsbau kletterte Anfang 2025 um weitere 3,2 Prozent. Gleichzeitig wurden Kredite teurer, da sich die Bauzinsen seit 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent erhöhten.
Mönchengladbach setzt zudem einen klaren Schwerpunkt auf den sozialen Wohnungsbau. 2024 nutzte die Stadt 274 Prozent des ursprünglich veranschlagten Budgets für diesen Bereich – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu nur fünf Prozent im Jahr 2021. Dieser Schub spiegelt die verstärkten Bemühungen wider, der wachsenden Nachfrage und dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken.
Mit Bauzahlen, die deutlich über dem Landesdurchschnitt liegen, hat sich Mönchengladbach als Vorreiter in Nordrhein-Westfalens schwächelndem Wohnungsmarkt positioniert. Die Investitionen in Fördermittel und Infrastruktur haben ein rasantes Wachstum vorangetrieben, während anderswo hohe Kosten und Zinsen die Entwicklung bremsen. Die bisherigen Ergebnisse deuten auf eine nachhaltige Strategie hin, den Wohnungsbestand in den kommenden Jahren weiter auszubauen.






