18 March 2026, 18:20

Protest der Apotheken in Baden-Württemberg: Warum die Schließungen doch abgesagt wurden

Apotheker in weißer Schürze mit Flasche, während er mit einem Kunden in einer Apotheke spricht.

Protest der Apotheken in Baden-Württemberg: Warum die Schließungen doch abgesagt wurden

Apotheken in Baden-Württemberg sollten am 23. März schließen – doch der Protest wurde nach einem Verbot des Sozialministeriums abgesagt. Die plötzliche Kehrtwende sorgt in der Branche für Verärgerung und wirft Fragen zum Entscheidungsprozess auf.

Mit der Aktion wollte der Sektor mehr Unterstützung von der Bundesregierung einfordern, die unter Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Reformen versprochen hatte. Über 1.600 Apotheken hatten unter der vorherigen Ampel-Regierung schließen müssen. Verbände wie die ABDA kritisieren seit Langem Verzögerungen bei zugesagten Fördererhöhungen, etwa die Anhebung des Packungszuschlags auf 9,50 Euro.

Die Landesapothekerkammer (LAK) erhielt vom Ministerium ein formelles Verbot der Schließungen, woraufhin der Landesapothekerverband (LAV) die geplante Aktion absagte. Apothekeninhaber Daniel Hölzle, der die Tiergarten-Apotheke in Konstanz und eine Filiale in Singen betreibt, warf LAK und LAV vor, keine unabhängige rechtliche Prüfung eingeleitet zu haben. Seine Tiergarten-Apotheke wird am 23. März dennoch schließen, die Singener Filiale nur mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten.

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Hölzle, der auch Stadtrat in Konstanz ist, verzichtet auf Demonstrationen und setzt stattdessen auf lokale Medienarbeit. Unterdessen kritisierte Pharmazeutisch-technische Assistentin Ariel Wagner die öffentliche Stellungnahme des Ministeriums als "empörend". Die Maßnahme untergrabe die Solidarität und führe dazu, dass viele Kollegen künftig nicht mehr an Protesten teilnehmen wollten.

Die abgesagten Schließungen zeigen die Spannungen zwischen Apothekern und Landesbehörden. Einige Betriebe wie Hölzles passen ihre Abläufe dennoch an, um ihren Unmut zu signalisieren. Der Konflikt spiegelt eine breitere Frustration über unerfüllte Bundeszusagen und die fehlende Rechtssicherheit bei Protestaktionen wider.

Quelle