Rechtsstreit um abgesetzten Chef des Zahnärzte-Pensionsfonds eskaliert
Antonio SchleichRechtsstreit um abgesetzten Chef des Zahnärzte-Pensionsfonds eskaliert
Ein langjähriger Rechtsstreit ist über die Absetzung des früheren Vorstandsvorsitzenden eines Zahnärzte-Pensionsfonds für Berlin, Brandenburg und Bremen entbrannt. Der Fonds, der rund 11.000 Mitglieder versorgt, erlitt massive finanzielle Verluste, nachdem riskante Investitionen schiefgingen. Nun müssen die Gerichte entscheiden, ob seine Entlassung gerechtfertigt war.
Die Probleme begannen vor Jahren, als sich die Anlagen des Pensionsfonds als Fehlschlag erwiesen. Spätestens 2018 gerieten die Verluste außer Kontrolle: Der Versicherer Element rutschte in die Insolvenz, und weitere Beteiligungen scheiterten. Der Fonds soll laut Berichten die Hälfte seines Gesamtvermögens verloren haben – für die betroffenen Zahnärzte bedeutet das tiefe Unsicherheit über ihre künftigen Rentenansprüche.
Am 5. April stimmte die Vertreterversammlung des Fonds für die Abberufung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Die Entscheidung ähnelte einem Misstrauensvotum, bei dem Amtsinhaber ohne detaillierte Begründung abgewählt werden können. Doch der abgesetzte Vorsitzende weigerte sich, zurückzutreten, und zog vor Gericht.
Das Berliner Senatsscience-, Gesundheits- und Pflegeamt urteilte zunächst, die Entlassung sei rechtswidrig gewesen. Zudem erklärte es eine Nachwahl für seinen Nachfolger für unzulässig. Das Verwaltungsgericht Berlin kam später jedoch zu dem Schluss, dass ein Vertrauensverlust in seine Führung die Absetzung rechtfertigen könne – vorausgesetzt, die Entscheidung war weder willkürlich noch strafend motiviert.
Kritiker werfen dem Fonds vor, seine eigene Position untergraben zu haben, indem er Strafanzeigen gegen den früheren Vorsitzenden einreichte und Informationen an die Presse weitergab. Trotz dieser Schritte leiteten weder die Vertreterversammlung noch die Senatsbehörde weitere Konsequenzen ein.
Der Rechtsstreit dauert an, während der ehemalige Vorsitzende um die Rücknahme seiner Absetzung kämpft. Angesichts der fragilen finanziellen Lage des Fonds wird das Urteil darüber entscheiden, ob seine Entlassung Bestand hat. Der Fall lässt zudem Tausende Zahnärzte in Ungewissheit zurück, wie es um ihre Altersvorsorge bestellt ist.






