Salzburger Festspiele: Skandal um Currentzis und Bergmanns umstrittene Verteidigung
Antonio SchleichSalzburger Festspiele: Skandal um Currentzis und Bergmanns umstrittene Verteidigung
Die Salzburger Festspiele stehen vor neuer Kontroverse, während ihre kommissarische Leiterin, Karin Bergmann, sich auf die Übergabe ihrer Position vorbereitet. Die Spannungen haben sich verschärft, nachdem Musiker aus Teodor Currentzis' Ensemble MusicAeterna provokante Äußerungen über die deutsche Politik und Medien gemacht und dabei Vergleiche mit der NS-Propaganda gezogen hatten. Bergmann hingegen verteidigt den Dirigenten – und muss sich zugleich mit dem belasteten Erbe des Festivals auseinandersetzen.
Bergmann führt die Salzburger Festspiele derzeit durch eine schwierige Phase, doch ihre Amtszeit neigt sich dem Ende zu. Die Anhörungen zur Nachfolge sind für September geplant. Offene Unterstützung zeigt sie für Teodor Currentzis, den russischen Dirigenten des MusicAeterna-Ensembles, obwohl dieser Verbindungen zu Unternehmen wie Gazprom und VTB unterhalten hat – beide stehen im Zusammenhang mit Russlands Kriegspolitik.
Gleichzeitig versucht Bergmann, die Vergangenheit des Festivals mit seiner Zukunft zu versöhnen. Sie setzt darauf, Teile des alten Teams zu halten, doch Kritiker werfen ihr vor, dass Naivität die langjährigen Konflikte nicht lösen werde. Die Gründungsurkunde der Festspiele betont die kulturelle und moralische Verantwortung der Kunst – ein Prinzip, das nun auf dem Prüfstand steht.
Die Krise spitzte sich zu, als Musiker aus Currentzis' Ensemble deutsche Politiker und Journalisten öffentlich als "Nazis" diffamierten und damit Empörung auslösten. Bergmanns Vorgänger hinterließ eine Bilanz voller Fehlentscheidungen, was den Druck auf sie erhöht, diese Probleme zu klären, bevor sie ihr Amt abgibt.
Die Salzburger Festspiele befinden sich an einem Scheideweg: Bergmanns Führung geht zu Ende, ihre Verteidigung Currentzis' und ihr Bemühen, Traditionen zu bewahren, stoßen auf Kritik. Während die Suche nach einem neuen Intendanten läuft, wird ihr Nachfolger ein Erbe aus ungelösten Konflikten und eine neu entfachte Debatte über die ethischen Pflichten der Kunst antreten.






