Stuttgart 21: Endgültige Entscheidung fällt am Freitag – was kommt auf Fahrgäste zu?
Nadeschda HolzapfelStuttgart 21: Endgültige Entscheidung fällt am Freitag – was kommt auf Fahrgäste zu?
Endgültige Entscheidung zu Stuttgart 21 wird an diesem Freitag bekannt gegeben
Das seit langem verzögerte Projekt Stuttgart 21 steht vor einer wegweisenden Entscheidung, die an diesem Freitag fallen soll. Der Bahnknotenpunkt, der ursprünglich 2019 in Betrieb gehen sollte, ist weiterhin von Unsicherheit geprägt – die Kosten sind inzwischen auf rund 11,3 Milliarden Euro explodiert. Reisende müssen sich zudem auf erhebliche Einschränkungen im kommenden Jahr einstellen, da die Bauarbeiten weitergehen.
Das Vorhaben leidet unter immer neuen Verzögerungen, sodass sich die voraussichtliche Fertigstellung nun auf Dezember 2026 verschoben hat. Selbst dann wird der volle digitale Betrieb der neuen Technik erst nach diesem Termin möglich sein. Das bedeutet anhaltende Einschränkungen bei Angebot und Qualität für die Fahrgäste.
Die Bauarbeiten werden zu massiven Sperrungen führen, insbesondere für Reisende in Richtung Osten. Um die chaotischen Bedingungen etwas abzumildern, plant die Deutsche Bahn bis Ende März einen provisorischen Gehweg am Stuttgarter Hauptbahnhof zu errichten. Dieser soll Passagiere am Bauturm vorbei zu den Gleisen leiten, wobei Personal vor Ort Unterstützung bieten wird.
Streitigkeiten über Verantwortlichkeiten und Kosten blockieren weiterhin den Fortschritt. Die Bahn argumentiert, dass alle Projektpartner in der Pflicht stehen, während diese darauf bestehen, dass allein die Deutsche Bahn als Bauherrin fungiert. Ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2024 wies den Versuch der Bahn ab, zusätzliche Kosten von den Partnern zurückzufordern – mindestens 6,5 Milliarden Euro der Ausgaben bleiben damit umstritten.
Auch die Pläne für die Flughafenanbindung wurden überarbeitet. Ein Lenkungsausschuss billigte eine geänderte Trassenführung, die den Pfaffensteigtunnel mit der Gäubahn verbindet, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Unklar bleibt jedoch der Gesamtzeitplan: Die Optionen reichen von einer vollständigen Verschiebung bis zu einem teilweisen Start im Jahr 2026.
Das Projekt Stuttgart 21 steht nun an einem Scheideweg – die Entscheidung am Freitag wird über die nächsten Schritte entscheiden. Ob die Inbetriebnahme wie geplant im Dezember 2026 erfolgt, weitere Verzögerungen drohen oder ein schrittweiser Beginn ansteht: Fahrgäste und Steuerzahler werden die Folgen der steigenden Kosten und anhaltenden Beeinträchtigungen weiter zu spüren bekommen.






