09 May 2026, 12:19

TI-Anschluss für Therapeuten: Frist bis 2027 verlängert – doch wer profitiert wirklich?

Eine detaillierte Abbildung eines deutschen Krankenhausgebäudes mit sichtbaren Fenstern, Türen und Balkonen, begleitet von Text, der seine Größe, Lage und Merkmale beschreibt.

TI-Anschluss für Therapeuten: Frist bis 2027 verlängert – doch wer profitiert wirklich?

Die Frist für Therapeuten und Anbieter von medizinischen Hilfsmitteln, sich an die Telematikinfrastruktur (TI) Deutschlands anzuschließen, wurde auf den 1. Oktober 2027 verschoben. Diese Verlängerung folgt auf Verzögerungen bei der Einführung elektronischer Rezepte für therapeutische und medizinische Hilfsmittel. Rund 90.000 Leistungserbringer erhalten damit mehr Zeit, um sich auf den Übergang vorzubereiten.

Die Entscheidung zur Fristverlängerung kam nach Rückschlägen bei der Einführung digitaler Rezepte für medizinische und therapeutische Dienstleistungen. Zwar ermöglicht die zusätzliche Zeit eine bessere Vorbereitung der Anbieter, doch könnte ein zu langes Warten bedeuten, dass mögliche Frühvorteile verpasst werden. Das Deutsche Medizinische Rechenzentrum (DMRZ) rät daher zu einer freiwilligen frühzeitigen Teilnahme, um letzte-Minute-Probleme zu vermeiden.

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Die Verzögerung hat bereits erste Unternehmen getroffen. Der IT-Dienstleister Cherry verzeichnet durch die Verschiebung Millionenverluste bei den Umsätzen. Um diese auszugleichen, hat das Unternehmen hochmargige Ersatzprojekte priorisiert und die Vermarktung seiner Softwarelösungen intensiviert. Dazu zählen das Terminal-Management-System (TMS) sowie der TI-Messenger (TIM), der kürzlich die gematik-Zertifizierung erhalten hat.

Nicht alle Reaktionen fallen negativ aus. Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) begrüßt die Fristverlängerung und bezeichnet sie als notwendig für den weiteren Ausbau der Infrastruktur. Die zusätzliche Zeit werde dazu beitragen, einen reibungsloseren Start für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Die neue Deadline am 1. Oktober 2027 gibt den Anbietern ein größeres Zeitfenster, um sich an das TI-System anzupassen. Die finanziellen Einbußen von Cherry zeigen, welche konkreten Auswirkungen solche Verzögerungen haben können – doch dank der Zertifizierung und neuer Strategien könnte das Unternehmen die Verluste wieder ausgleichen. Vorerst bleibt die frühzeitige Teilnahme freiwillig, doch das DMRZ wirbt weiterhin dafür, sich lieber früher als später anzuschließen.

Quelle