US-Arbeitsmarkt übertrifft Erwartungen – Märkte korrigieren nach überraschenden Jobdaten
Antonio SchleichUS-Arbeitsmarkt übertrifft Erwartungen – Märkte korrigieren nach überraschenden Jobdaten
US-Arbeitsmarkt wächst im Juli kräftiger als erwartet – Märkte reagieren mit Kurskorrekturen
Die Jobentwicklung in den USA hat im Juli deutlich stärker zugelegt als prognostiziert und damit die Markterwartungen auf den Kopf gestellt. Unternehmen schufen 172.000 neue Stellen – fast doppelt so viele wie die von Ökonomen vorhergesagten 85.000. Die überraschend positiven Daten wirkten sich umgehend auf die globalen Märkte aus, von Aktien über Rohstoffe bis hin zu Devisen.
Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3 Prozent und unterstrich damit die Robustheit des US-Arbeitsmarktes. Angesichts dieser unerwarteten Stärke dämpften Anleger jedoch ihre Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank (Federal Reserve). In der Folge legte der Dollar zu, während der Euro auf 1,1536 US-Dollar nachgab.
Die Börsen reagierten prompt. Der DAX, Deutschlands wichtigster Aktienindex, folgte dem New Yorker Abwärtstrend und schloss am Freitag bei 24.759 Punkten – ein Minus von 0,8 Prozent im Vergleich zur Vorhandelsession. Die zuvor noch optimistischen Erwartungen, die Marke von 25.000 Punkten zu knacken, verflüchtigten sich nach dem US-Arbeitsmarktbericht.
Auch die Rohstoffmärkte gerieten unter Druck. Der Ölpreis gab deutlich nach: Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich auf 93,80 Dollar pro Fass. Noch stärker fiel der Goldpreis, der um 3,1 Prozent auf 4.341 Dollar pro Unze einbrach.
Trotz der Turbulenzen blieb das Anlegervertrauen zum Wochenende hin weitgehend stabil. Die kräftigen US-Arbeitsmarktdaten haben jedoch die Erwartungen an sinkende Kreditkosten vorerst aufgeschoben. Die Märkte stehen nun vor einer Phase der Neuausrichtung, in der Aktien, Währungen und Rohstoffe auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Der Rückgang des DAX und die Schwäche des Euro spiegeln die breiteren Auswirkungen wider, die von der voraussichtlich länger anhaltenden restriktiven Geldpolitik der Federal Reserve ausgehen.






