Vom Balkon in die Gondel: Mein erster – und letzter – Ausflug auf dem Hamburger Dom
Antonio SchleichVom Balkon in die Gondel: Mein erster – und letzter – Ausflug auf dem Hamburger Dom
26 Jahre lang habe ich in der Nähe des Heiligengeistfelds gewohnt, wo dreimal im Jahr der Hamburger Dom stattfindet – ein spektakuläres Volksfest im Stadtteil St. Pauli. Im Laufe der Zeit wurden die Fahrgeschäfte immer extremer, katapultieren Mutige heute bis zu 100 Meter in die Höhe, wirbeln sie durch die Luft oder schleudern sie im Kreis. Doch ich hatte all die Jahre nur von meinem Balkon aus zugesehen, zu groß schien mir das Risiko.
Diesmal überredeten mich zwei Freunde, es mit einer "Aussichtsgondel" zu versuchen – einer Attraktion, die sanft auf 70 Meter Höhe steigt. Die Idee stammte nicht von mir, doch ihre Begeisterung war ansteckend. Im Gegensatz zu den wilden Loopings anderer Fahrgeschäfte blieb diese Gondel stabil, mit genug Haltemöglichkeiten.
Bevor ich einstieg, legte ich eine Regel fest: "Wer mit mir hochfährt, fährt auch wieder mit mir runter." Die Gondel stieg gleichmäßig empor und bot mir einen Ausblick, den ich bisher nie gewagt hatte. Doch kaum waren wir wieder auf festem Boden, wusste ich: Das war's – ein einziges Mal.
Zugegeben, die Fahrt war weit weniger aufregend als die anderen Adrenalin-Kracher auf dem Dom. Doch selbst dieser kurze Ausflug in die Höhe bestätigte mir meine Zweifel. Vorerst bleibe ich lieber auf meinem sicheren Balkon – als Zuschauer.






