25 March 2026, 04:18

Warum das Rechtsfahrgebot auf Autobahnen so oft ignoriert wird – und was Pforzheim dagegen tut

Grüne Autobahnschilder lesend "Verboten auf Expressway" mit Fahrzeugen, Laternenpfählen, Bäumen, Gebäuden und bewölktem Himmel im Hintergrund.

Warum das Rechtsfahrgebot auf Autobahnen so oft ignoriert wird – und was Pforzheim dagegen tut

Deutsche Verkehrsregeln verlangen von Autofahrern, möglichst rechts zu fahren. Die Vorschrift, die in § 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgehalten ist, soll Staus verringern und die Sicherheit erhöhen. Kürzlich setzten die Behörden in Pforzheim auf Humor, um Autofahrer an das oft ignorierte Gesetz zu erinnern.

Die Rechtsfahrgebot-Regel gilt je nach Straßentyp unterschiedlich. Auf zweispurigen Autobahnen müssen Fahrer die rechte Spur nutzen, es sei denn, sie überholen aktiv. Bei dreispurigen Straßen hingegen sind sie nicht verpflichtet, sofort wieder ganz nach rechts zu wechseln, wenn kurz darauf ein weiterer Überholvorgang ansteht.

Dauerhaftes Blockieren der Mittelspur kann gefährlich sein. Es zwingt andere Fahrer unter Umständen zu riskanten Spurwechseln über zwei Fahrstreifen hinweg und erhöht so das Unfallrisiko. Selbst wenn ein Auto auf der rechten Spur schneller fährt als eines auf der Mittelspur, zählt dies rechtlich als Überholen. Langsame Fahrer, die ohne Grund die Mittelspur belegen – obwohl die rechte frei ist –, nerven nicht nur, sondern verstoßen möglicherweise gegen die Verkehrsregeln.

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Überholen auf der rechten Seite ist auf Autobahnen grundsätzlich verboten, es gibt jedoch Ausnahmen: etwa in städtischen Bereichen mit markierten Spuren, an Ampeln oder auf Beschleunigungsstreifen. Die Strafen für illegales Rechtsüberholen beginnen bei 30 Euro innerorts und steigen außerorts auf bis zu 100 Euro, dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Aggressives Verhalten wie Drängeln, abruptes Spurwechseln oder Lichthupe als Einschüchterung ist ebenfalls verboten und gefährlich.

Um die Aufmerksamkeit für das Thema zu schärfen, startete die Polizei Pforzheim Anfang 2024 eine Social-Media-Kampagne. Mit humorvollen Videos und Memes zeigten sie absurde Fahrsituationen – etwa ein Auto, das endlos auf der Mittelspur der A8 hin- und herschwenkt. Die Aktion ging viral, erreichte über 50.000 Aufrufe, tausende Likes und positives Feedback für den kreativen Ansatz.

Die Initiative der Polizei rückt eine häufige, aber riskante Gewohnheit in den Fokus: Das "Middle-Lane-Hogging" kann Bußgelder, Frust und gefährliche Situationen nach sich ziehen. Die Behörden setzen weiterhin auf Aufklärung und Kontrollen, um die Einhaltung der Regeln zu verbessern.

Quelle