WM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro Produktivität
Antonio SchleichWM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro Produktivität
Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgt weltweit für Störungen im Arbeitsalltag. Viele Beschäftigte geben zu, während der Arbeitszeit Spiele zu verfolgen – und deutsche Unternehmen spüren die Auswirkungen. Das Turnier dauert fast fünf Wochen, in denen mit 104 Partien so viele Spiele wie nie zuvor ausgetragen werden.
Etwa jeder siebte Arbeitnehmer weltweit schaut heimlich während der Arbeitszeit Fußball. Deutsche Angestellte verbringen im Schnitt 26 Minuten pro Arbeitstag mit WM-Inhalten. Über die gesamte Turnierdauer summiert sich das auf rund zwölf Stunden verlorene Produktivität pro Mitarbeiter.
Für die deutsche Wirtschaft entsteht dadurch ein Schaden von geschätzten 1,3 Milliarden Euro. Da viele Spiele nach Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden beginnen, kommen Beschäftigte am nächsten Tag oft übermüdet zur Arbeit. Gerichte erlauben es Arbeitnehmern zwar, die Übertragungen im Radio zu verfolgen – vorausgesetzt, es stört niemanden und beeinträchtigt nicht die Leistung.
Das deutsche Arbeitsrecht räumt Beschäftigten jedoch kein Recht ein, die WM während der Arbeitszeit ohne Erlaubnis zu verfolgen. Wer wegen Fußballschauen zu spät kommt, muss mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen. Erscheint ein Mitarbeiter betrunken nach Feiern oder Spielveranstaltungen, dürfen Arbeitgeber ihn ohne Lohnzahlung für diesen Tag nach Hause schicken.
Die Weltmeisterschaft stellt sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer eine Herausforderung dar. Produktivitätsverluste und Müdigkeit am Arbeitsplatz sind messbare Folgen. Unternehmen behalten jedoch das Recht, während des Turniers Regeln zu Anwesenheit, Leistung und Verhalten durchzusetzen.






