"Worüber Juden sprechen": Ein Buch bricht mit Klischees über jüdisches Leben
Nadeschda Holzapfel"Worüber Juden sprechen": Ein Buch bricht mit Klischees über jüdisches Leben
Ein neues Buch bietet einen seltenen Einblick in den Alltag und die Gespräche von Jüdinnen und Juden in Deutschland. Unter dem Titel "Worüber Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" geht es über die übliche öffentliche Fokussierung auf Gedenkveranstaltungen oder den Nahostkonflikt hinaus. Stattdessen rückt das Werk vielfältige Stimmen in den Vordergrund, die in der breiten Debatte oft ungehört bleiben.
Das Buch entstand in Zusammenarbeit zwischen Joshua Schultheis, Politikredakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", und Mascha Malburg, einer Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf Politikwissenschaft und Soziologie. Ihre Recherche umfasst ausführliche Interviews mit acht jüdischen Personen, die jeweils unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven einbringen. Die Autoren wollen damit das begrenzte öffentliche Bild jüdischen Lebens herausfordern, das meist nur bei Holocaust-Gedenkfeiern oder Debatten über Israel präsent ist.
Mascha Malburgs akademischer Hintergrund umfasst unter anderem die Revolutions-theorien Hannah Arendts, was dem Projekt eine reflektierende Tiefe verleiht. Die Diskussion um das Buch wird von Dinah Riese moderiert, der Leiterin des Inlandsressorts auf der Verlagswebsite. Der Hentrich & Hentrich Verlag hat den Titel veröffentlicht, der jüdische Perspektiven in eigenen Worten – und nicht durch externe Erzählungen – darstellen möchte.
Die Publikation gibt direkte Einblicke in das jüdische Selbstverständnis und die Anliegen einer Gemeinschaft, die in den Medien oft auf klischeehafte Darstellungen reduziert wird. Durch persönliche Gespräche ermöglichen die Autorinnen und Autoren den Leserinnen und Lesern, sich mit der Komplexität jüdischer Identität im heutigen Deutschland auseinanderzusetzen. Das Buch ist nun für alle erhältlich, die ein tieferes Verständnis für diese Gemeinschaft suchen.






