1.000 Menschen fordern in Berlin mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen
Nadeschda Holzapfel1.000 Menschen fordern in Berlin mehr Rechte für Menschen mit Behinderungen
Rund 1.000 Menschen zogen am Samstag durch Berlin, um mehr Rechte und eine bessere Inklusion für Menschen mit Behinderungen zu fordern. Die Demonstration fiel mit dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verlangten rechtlich verbindliche Barrierefreiheitsregeln – kurz vor einer entscheidenden Parlamentsabstimmung in dieser Woche.
Der Protest begann am Brandenburger Tor und führte in Richtung Rotes Rathaus. Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gingen voran und hielten Schilder mit Botschaften wie „Teilhabe für alle garantieren“ oder „Integration und Inklusion stärken“. Die Organisatoren berichteten von breiter Unterstützung durch Wohlfahrtsverbände, soziale Organisationen und Behindertenrechtsgruppen.
Die Kundgebung fand nur wenige Tage vor der ersten Lesung des Bundestags zu geplanten Reformen des Behindertengleichstellungsgesetzes statt, die für Donnerstag angesetzt ist. Kritiker bemängeln, dass der aktuelle Entwurf Unternehmen und Behörden weiterhin zu viel Spielraum bei der Umsetzung von Barrierefreiheitsstandards lässt. Um dies zu ändern, kündigten die Veranstalter an, im Rahmen der Abschlusskundgebung eine Petition einzureichen, die strengere, rechtlich durchsetzbare Vorgaben fordert.
Zu den Rednerinnen und Rednern zählten Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) sowie Bundestagsvizpräsident Bodo Ramelow (Linke). Die Polizei bestätigte etwa 1.000 Demonstranten – ein Zeichen für die wachsende öffentliche Besorgnis über das Thema.
Der Protest unterstreicht den zunehmenden Druck auf die Abgeordneten, die Barrierefreiheitsgesetze vor der Donnerstagsdebatte zu verschärfen. Sollte die Petition erfolgreich sein, könnte sie verbindliche Änderungen an den Reformplänen erzwingen. Gleichzeitig erinnerte die Demonstration an die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Menschen mit Behinderungen im Alltag konfrontiert sind.






