Apotheken setzen auf Vorabzahlungen wegen teurer Medikamente und Liquiditätsdruck
Wenzel WeinholdApotheken setzen auf Vorabzahlungen wegen teurer Medikamente und Liquiditätsdruck
Immer mehr Apotheken entscheiden sich dafür, Vorabzahlungen für ihre Rezeptforderungen in Anspruch zu nehmen. Dieser Trend zeigt sich vor dem Hintergrund, dass teure Medikamente einen wachsenden Anteil ihres Geschäfts ausmachen. Die Abrechnungsstellen haben darauf reagiert, indem sie neue Finanzierungsoptionen mit geringeren Gebühren als traditionelle Banken anbieten.
Die ARZ Haan hat ein Premium-Paket namens FlexZahlungBusiness eingeführt, um der Nachfrage gerecht zu werden. Das neue Modell erhebt eine tägliche Gebühr von 0,02 Prozent – eine Senkung gegenüber den bisherigen 0,03 Prozent. Zudem entfallen Überweisungsgebühren, was die Lösung für Apotheken kostengünstiger macht.
Katja Frey, Vertriebsleiterin bei ARZ Haan, bestätigt, dass die Anfragen nach Vorfinanzierungen stark gestiegen sind. Hochpreisige Rezepte machen mittlerweile bis zu 40 Prozent des gesamten Rezeptvolumens aus und belasten damit die Liquidität der Apotheken.
Auch andere Abrechnungsstellen wie Noventi bieten vorzeitige Auszahlungen an. Ihre Gebühren setzen sich aus einem Festpreis und einem variablen Aufschlag zusammen, der an den Ein-Monats-Euribor der Deutschen Bundesbank gekoppelt ist. Diese Alternativen unterbieten häufig die Zinssätze der Hausbanken.
Die zunehmende Nachfrage nach Vorabzahlungen spiegelt die finanzielle Belastung wider, unter der Apotheken durch teure Medikamente stehen. Die Abrechnungsstellen passen sich mit flexiblen, kostengünstigeren Finanzierungsmodellen an. Apotheken haben nun mehr Möglichkeiten, ihre Liquidität zu steuern, ohne ausschließlich auf klassische Kreditgeber angewiesen zu sein.






