Berlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus
Antonio SchleichBerlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus
Vor dem Berliner Abgeordnetenhaus wird bald ein Platz den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen. Die offizielle Namensverleihung findet während der nächsten Plenarsitzung statt. Gleichzeitig werden die Abgeordneten die Ereignisse vom 1. Mai aufarbeiten, bei denen Dutzende vor allem während friedlicher Demonstrationen vorläufig festgenommen wurden.
Die Zeremonie zur Umbenennung des Platzes in Margot-Friedländer-Platz wird im Rahmen der Sitzung des Abgeordnetenhauses stattfinden. Der regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wird eine Ehrung zu ihren Gunsten halten. Nach den Ansprachen wird eine neue Namensplatte vor dem Parlamentsgebäude enthüllt.
Die Sitzung selbst beginnt um 11:00 Uhr – eine Stunde später als üblich. Neben der Namensverleihung werden die Abgeordneten die Maidemonstrationen vom 1. Mai erörtern. Zwar verliefen die Proteste größtenteils friedlich, doch leitete die Polizei rund 120 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Straftaten ein. Dazu zählten Verstöße gegen die öffentliche Ordnung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und sexuelle Belästigung. Mehrere Dutzend Personen wurden im Laufe des Tages vorläufig festgenommen.
Die Entscheidung, den Platz nach Friedländer zu benennen, ist das Ergebnis jahrelanger Initiativen, um die bekannte Überlebende und Zeitzeugin zu ehren. Die Plenarsitzung verbindet nun diese Würdigung mit einer Aufarbeitung der jüngsten öffentlichen Kundgebungen.
Nach der Zeremonie wird die neue Namensplatte enthüllt. Die polizeilichen Ermittlungen zu den Vorfällen vom 1. Mai laufen weiterhin, und gegen Verdächtige könnten Anklagen erhoben werden. Die parlamentarische Debatte soll klären, wie sich die Ereignisse entwickelt haben und ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.






