Apothekerin zahlt 25.000 Euro – und wird erneut zur Kasse gebeten
Apothekenbesitzerin in Bayern zum zweiten Mal zur Zahlung von 25.000 Euro aufgefordert – nach Betrug mit gefälschten Rechnungen
Carolin Schleußinger, Inhaberin der Marien-Apotheke in Roding, ist auf einen raffinierten Rechnungsbetrug hereingefallen und sieht sich nun mit einer zweiten Forderung über 25.000 Euro konfrontiert. Wie sich herausstellte, stammten die gefälschten Rechnungen angeblich vom Pharmakonzern Merck – das Unternehmen bestätigte inzwischen, dass es sich um Teil einer größeren Cyberattacke handelt, die Apotheken in ganz Deutschland betrifft.
Der Ärger begann, als Schleußinger im vergangenen Jahr eine E-Mail erhielt, die wie eine routinemäßige Rechnung von Merck aussah. Das Dokument enthielt aktualisierte Bankverbindungen – ein Konto in Spanien –, doch sie hatte keinen Grund, deren Echtheit anzuzweifeln. Nach einer Prüfung der Angaben überwies sie die geforderten 25.000 Euro.
Wochen später meldete sich Merck erneut bei ihr – diesmal mit der Aufforderung, dieselbe Rechnung ein zweites Mal zu begleichen. Das Unternehmen erklärte, ihre Apotheke sei Opfer von Cyberkriminellen geworden, die das Abrechnungssystem von Merck nachgeahmt hätten. Man riet ihr, den Vorfall bei der Polizei anzuzeigen und die betrügerischen E-Mails zur Untersuchung weiterzuleiten.
Schleußinger verweigert nun die Zahlung der zweiten Forderung mit der Begründung, dass die Sicherheitslücken bei Merck lägen – nicht in ihrer Apotheke. Sie wirft dem Konzern vor, die Verantwortung nicht voll zu übernehmen und das Problem herunterzuspielen. Ihr Anwalt hat inzwischen Strafanzeige erstattet, während Merck auf seinem Online-Shop eine Warnung veröffentlicht hat, in der Kunden aufgefordert werden, Bankverbindungen besonders sorgfältig zu prüfen.
Doch die finanziellen Belastungen sind nicht ihr einziges Problem: Schleußinger fürchtet, dass Merck ihr Konto wegen der strittigen Zahlung sperren könnte – mit möglichen Lieferengpässen bei Medikamenten für ihre Apotheke.
Der Fall steht exemplarisch für eine anhaltende Welle von Cyberangriffen auf Apotheken. Merck bestätigte, dass es bereits im vergangenen Jahr ähnliche Betrugsversuche gab. Schleußingers Streit bleibt vorerst ungelöst – mit drohenden Anwaltskosten und Unsicherheit über die weitere Zusammenarbeit mit ihrem Lieferanten. Die Polizei ermittelt mittlerweile wegen des Betrugs, während Merck seine Kunden weiterhin dringend auffordert, Rechnungen genauer unter die Lupe zu nehmen.






