21 April 2026, 08:19

Kirchheim unter Teck vergibt Grundstücke nach Ideen statt nach Höchstgeboten

Farbcodierte Karte eines geplanten Wohnbaugebiets auf einem Blatt Papier mit beschrifteten Abschnitten, die Gebäude, Straßen und andere Merkmale angeben.

Kirchheim unter Teck vergibt Grundstücke nach Ideen statt nach Höchstgeboten

Ein neues Wohnprojekt in Kirchheim unter Teck setzt auf ein ungewöhnliches Verfahren bei der Grundstücksvergabe

Statt an den Höchstbietenden zu verkaufen, vergab die Stadt den Zuschlag für ein Grundstück nach dem besten Projektvorschlag. Das 3,5 Hektar große Areal im Steingau-Viertel westlich der historischen Altstadt wurde im Rahmen eines konzeptbasierten Auswahlverfahrens vergeben.

Das Steingau-Viertel ist bereits Heimat für rund 850 Bewohnerinnen und Bewohner, die in 45 Gebäuden leben. Es funktioniert als lebendige Gemeinschaft mit einem eigenen Netzwerk zur Verwaltung gemeinsamer Flächen und zur Koordination von Aktivitäten. Dieses Netzwerk dient zugleich als Schnittstelle zwischen den Anwohnern und der Stadtverwaltung.

Anstatt den Profit in den Vordergrund zu stellen, legte die Stadt den Grundstückspreis auf Basis eines unabhängigen Gutachtens fest. Dadurch konnten sich auch kleinere Projektentwickler am Verfahren beteiligen. Das Interesse war groß: Die Nachfrage nach den Flächen überstieg das Angebot um etwa das Dreifache.

Die Bewertung der eingereichten Konzepte erfolgte in einem diskursiven Verfahren, ähnlich einer Juryberatung. Den Zuschlag erhielt schließlich das Projekt, das am besten öffentliche Belange berücksichtigte. Nach der Vergabe führte die Stadtverwaltung regelmäßige Fortschrittskontrollen durch, um die Einhaltung der Qualitätsstandards zu gewährleisten.

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Das Leitprojekt im Viertel umfasste den Bau einer gemeinsamen Tiefgarage. Zudem wurden übergreifende Aufgaben koordiniert, um den Zusammenhalt der gesamten Entwicklung zu stärken.

Bürgermeister Pascal Bader bestätigte, dass dieser konzeptorientierte Ansatz auch bei künftigen Projekten beibehalten wird. Ziel bleibe es, den Gemeinwohlgedanken über finanzielle Interessen zu stellen.

Das Steingau-Viertel dient mittlerweile als Vorbild dafür, wie Grundstücke im Sinne des öffentlichen Wohls entwickelt werden können. Durch feste Preise und eine qualitätsbasierte Auswahl hat die Stadt ein gemeinwohorientiertes Quartier geschaffen. Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass die umgesetzten Projekte den gesetzten Ansprüchen gerecht werden.

Quelle