Waffenstillstand im Nahen Osten: Warum der Frieden auf tönernen Füßen steht
Cordula RingWaffenstillstand im Nahen Osten: Warum der Frieden auf tönernen Füßen steht
Wackeliger Waffenstillstand im Nahen Osten – doch die Zukunft bleibt ungewiss
Obwohl es keinen dauerhaften Frieden gibt, haben der Iran, Israel und die USA jeweils den Sieg im jüngsten Konflikt für sich reklamiert. Unterdessen ringt die Vereinten Nationen darum, das Völkerrecht durchzusetzen, während mächtige Staaten einseitig handeln.
Der Konflikt eskalierte, nachdem der Iran Raketenangriffe auf Israel gestartet hatte, woraufhin Israel mit Vergeltungsschlägen reagierte. Die USA führten daraufhin Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen durch. Alle drei Aktionen verletzten das Völkerrecht, das zwar Selbstverteidigung erlaubt, aggressive Kriege und Eroberungsfeldzüge jedoch verbietet.
In der Generalversammlung der Vereinten Nationen 2024 wurden 17 Resolutionen gegen Israel verabschiedet – im Vergleich zu nur sechs gegen andere Staaten. Dieses Ungleichgewicht spiegelt tiefere Spaltungen innerhalb der Organisation wider. Die ursprüngliche Rolle der UNO als Friedenssicherungsinstitution hat im Laufe der Zeit an Kraft verloren, untergraben durch geopolitische Rivalitäten und Vetomächte.
Die jüngere Geschichte verdeutlicht diesen Wandel: Der Golfkrieg 1991 erfolgte noch mit Billigung des UN-Sicherheitsrats, doch spätere Konflikte – wie die NATO-Bombardierung des Kosovo 1999 oder der Irak-Krieg 2003 – fanden ohne UN-Mandat statt. Russlands Invasion der Ukraine 2022 wurde durch ein eigenes Veto blockiert. 2026 unterstützte die Resolution 2817 des Sicherheitsrats indirekt die US-israelischen Maßnahmen gegen den Iran, während sie gleichzeitig die iranische Vergeltung verurteilte.
Irans Oberster Führer Chamenei hat erneut die nuklearen Ambitionen seines Landes betont. Die NATO und Israel bestehen jedoch darauf, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe. Der Rückzug der USA aus den UN-Klimavereinbarungen unter Trump schwächte die Autorität der Organisation zusätzlich.
Der Waffenstillstand hält zwar vorerst, doch die Spannungen bleiben bestehen. Das Völkerrecht, das Konflikte eigentlich verhindern soll, kämpft zunehmend gegen die Dominanz mächtiger Staaten an. Ohne strengere Durchsetzung erscheint die Fähigkeit der UNO, den Frieden zu wahren, immer fragiler.






